FluchtgeschichtEN
OSTSEE
DASSOWER SEe

Flucht über die Ostsee

Sie paddelten über die Ostsee, surften und segelten, manche bauten sogar Aqua-Schooter und U-Boote – die Ostseeflüchtlinge. Anderen gelang es, eine Leiter an den Grenzzaun zu stellen und über den Dassower See zu entkommen. Seit am 13. August 1961 das letzte Schlupfloch in Berlin zugemauert worden war, schien der Weg übers Wasser den größten Erfolg zu versprechen. Die Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung überwand oftmals die Angst vor den Gefahren einer Flucht. 1949 bis 13. August 1961 waren 2,8 Mio. DDR-Bürger in den Westen geflüchtet. Nach dem Mauerbau bis 1989 wurden weitere 1 Mio. Flüchtende gezählt. Um Selbstschussanlagen und Schüssen der Grenzer zu entgehen, wählten immer mehr den Weg übers Wasser. Über 5000 Menschen wagten vom 13.8.1961 bis 1989 eine Flucht über die Ostsee und den Dassower See. Mindestens 174 Menschen kamen bei ihrer Flucht über die Ostsee ums Leben. Über 4500 Menschen scheiterten, jahrelange Haftstrafen waren die Folgen. Etwa 900 Flüchtlinge erreichten ihr ersehntes Ziel in der freien Welt.

Vorträge 2026

Christine
Vogt-Müller


SAMSTAGS, 18 UHR IN DASSOW

06.03.2026  21.03.2026  25.05.2026  30.05.2026
27.06.2026 25.07.2026  29.08.2026  03.10.2026

Eintritt Frei
Wir bitten um Anmeldung unter 0162 1346733

Café „alles gewollt und mehr...“, Bergstraße 16, 23942 Pötenitz www.alles-gewollt.de
Gefördert vom Landesbeauftragten MVP zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Gegen das Vergessen

Die SED-Propaganda suggerierte stets, dass die DDR das bessere Deutschland sei. Über 35 Jahre nach dem Zusammenbruch des Unrechtsstaates am 9.11.1989 ist der Diskurs über das Leben in der DDR und den Einigungsprozesses in eine neue Phase getreten. Die Wendekinder sind in den 30igern und beschäftigen sich in Publikationen und Netzwerken mit ihrer Herkunft. Und das durchaus kontrovers. Erschreckend: Im Rückblick wird oftmals schön geredet, was schlimmes Unrecht bedeutete. Leidvolle Erfahrungen der Opfer der SED-Diktatur werden ausgeblendet. Ebenso Erschreckend: Das Unwissen junger Menschen über die 2. Deutsche Diktatur. „So schlimm war es doch gar nicht“, heißt es immer wieder. Doch, für zu viele war es viel schlimmer. Selbst Zeitzeugin, erzähle ich in meinen Büchern und Vorträgen vom Leben und Leiden unter der zweiten deutschen Diktatur, vom Mut und Erfindergeist, das Grenzregime zu überwinden. Das komplexe System der Überwachung und Bespitzelung an Ostsee und Dassower ist detailliert recherchiert und zusammengestellt. Ich lasse Fakten sprechen, gewonnen in jahrelangen Archivrecherchen und in zahlreichen Zeitzeugeninterviews. Fotos aus Archiven von Stasi und Grenztruppen sowie Faksimiles von Dokumenten geben anschauliche Einblicke in das Thema Flucht aus der DDR.

Zum Glück brauchst du Freiheit
und zur Freiheit
brauchst du Mut.

PERIKLES

Geglückte Flucht nach
sechs Stunden paddeln

Manfred Schuppenies bei ankunft
nach sechs stunden paddeln

Schweißgebadet schreckt Manfred S. eines Morgens im Frühjahr 1962 aus dem Schlaf. Er sieht die Bilder seines Traumes noch vor sich. Sieht, wie er am Fenster seiner Ostberliner Mietswohnung steht, die, anders als in der Realität, direkt an den Westsektor grenzt. Direkt unter ihm liegt der andere, der freie Sektor der geteilten Stadt. Nur ein Sprung aus dem Fenster, und er wäre in Freiheit. Doch er wohnt im dritten Stock. Ein Seil müsste er haben. Dann kommt ihm die Idee. Er zerreißt Bettlaken und Bezüge in Streifen, dann dreht und knotet er ein Seil daraus. Lang muss es sein. Er verknotet das Betttuch-Seil am Fensterkreuz und lässt es hinab. Ob es hält? Vorsichtig steigt er auf das Fensterbrett, blickt nicht mehr in die Tiefe, fasst das Seil … Er wacht aus dem Albtraum auf, Laken und Bezug sind zerrissen. Am 12. August 1961 feiert der junge Ingenieur Manfred S. in seiner kleinen Ostberliner Wohnung mit ein paar Freunden eine Party. Sie hatten sich während des Sommerurlaubs in Rumänien kennen gelernt. Am 13. August wachen sie erst am späten Vormittag auf. Mit Entsetzen hören sie die Meldungen vom RIAS. »Starke Kräfte der Volkspolizei haben heute Nacht die Grenze zwischen Ost- und Westberlin gesperrt.« Die Grenze ist dicht! Sie fahren ins Zentrum und sehen die Sperren. Militärs, Kampfgruppen, Stacheldrahtverhaue, Panzer und Men- schenansammlungen. »Das kann ja nicht für die Dauer sein«, sagen sie sich. »Und die Amis werden das doch nicht zulassen«, meint Manfred S. »Die werden das mit ihren Panzern wieder niederreißen«, entgegnet einer der Freunde. Doch nichts dergleichen passiert. Willy Brandt als Regierender Bürgermeister von Westberlin, Bundeskanzler Adenauer und andere westliche Politiker protestieren auf Kundgebungen gegen die Abriegelung Ostberlins. US-Präsident Kennedy will aber keine Panzer schicken. Als Manfred aus den Nachrichten erfährt, dass die USA nicht eingreifen werden, sinnt er auf Flucht. »Wie komme ich hier raus?«, das ist die einzige Frage, die den jungen Ingenieur jetzt beschäftigt. Bei einem Englisch-Kursus lernt er Erich B. kennen. Sie sind sich sofort sympathisch und fassen schnell Vertrauen zueinander. Schon bald reden sie über das wichtigste Thema: Flucht. Auch Erich möchte hinaus. Die Freunde suchen nun gemeinsam nach einem Schlupfloch, ehe die Mauer ganz dicht ist. Ihr gefährliches Vorhaben verlangt unbedingtes gegenseitiges Vertrauen. Doch kennen sich die beiden jungen Männer erst kurze Zeit und jeder könnte ein Spitzel sein. Andererseits suchen so kurz nach dem Mauerbau viele Menschen einen Weg in den Westen. Sie wagen Vertrauen.

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