Selbstgebaute Surfboards, Aqua-Scooter, Tauchausrüstungen, Paddel- und Schlauchboote – nach der Erstveröffentlichung unseres Buches „Über die Ostsee in die Freiheit“ 1992 boten zahlreiche Flüchtlinge den Autoren ihre Fluchtgeräte an, die noch in Kellern und Garagen lagerten – und ihre Geschichten dazu. Derartige Zeugnisse von Ideenreichtum und Leidensdruck mussten gesichert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Idee einer Ausstellung war geboren.
Der Verein „Über die Ostsee in die Freiheit“ wurde gegründet unter dem langjährigen Vorsitz von Dr. Volker Höffer, Leiter der Außenstelle BSTU Rostock, heute Bundesarchiv. Historikerin Christine Vogt-Müller kuratierte die Wanderausstellung, die am 9.11.1999 im NDR-Funkhaus in Schwerin eröffnet wurde. Anschließend wanderten Vereinsmitglieder 15 Jahre lang mit der Ausstellung in über 40 Orte in Deutschland, aber auch Dänemark und Frankreich. 2004 konnten wir auf Einladung des Deutschen Bundestages unsere Ausstellung im Paul-Löbe-Haus in Berlin zeigen, eröffnet von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse. Seit 2021 ist die Ausstellung in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit in Rostock zu sehen, heute Dokumentations- und Gedenkstätte.
Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen in M-V sowie die Landeszentrale für politische Bildung förderten unser Ausstellungsprojekt. Ihnen und unseren Vereinsmitgliedern sei an dieser Stelle noch einmal für ihr Engagement sehr herzlich gedankt.
www.ostseefluchten.de
Grenzenlos von Lübeck bis Boltenhagen
Wo einst Grenzzäune und Wachtürme Lübeck und Mecklenburg nahezu unüberwindbar trennten, verwischt heute üppiges Grün die meisten Spuren unserer jüngsten Vergangenheit.
Doch wenige Relikte wie graue Wachtürme oder Betonpfosten im Wald erinnern an Vergangenes. Wer ahnt, dass der Radwanderweg entlang der Ostseeküste als Kolonnenweg für Grenzpatrouillen diente? Wer ahnt, dass sich unter einem Schutthügel am Wegesrand Kasernenreste verbergen?
Die jüngste Geschichte Wanderern und Radlern auf dem Kolonnenweg mit Stelen am Wegesrand zu vermitteln, hatte die engagierte Dassowerin Angela Ratke die Idee:
Grenzenlos von Lübeck bis Boltenhagen heißt das Projekt, dass sie 2013 ins Leben rief. Dafür konnte sie Autoren, die Stadt Dassow, die LSTU und weitere Förderer gewinnen. Heute informieren 28 Erinnerungsstelen entlang der ehemaligen Grenze von Lübeck bis Boltenhagen.